Jagdmuseum

"Unser Museum wird kein Museum." Getreu diesem Vorsatz hat die Jägerschaft in der Vorarlberger Museumswelt nicht nur die Geschichte aufbereitet. Die Jäger laden die Besucher vielmehr dazu ein, sich mit den aktuellen Herausforderungen der Jagd in Vorarlberg auseinander zusetzen. Die "Wald-Wild-Problematik" oder auch das Thema "Tbc und Wild" werden in der Schau deshalb nicht ausgeklammert.

JagdMus1

Seit der offiziellen Eröffnung des Vorarlberger Jagdmuseums am 3. 10. 2014 ist die Vorarlberger Museumswelt um eine Attraktion reicher. Nicht nur "Grünröcke" zeigen sich beeindruckt von der informativen Ausstellung im zweiten Obergeschoss der Energiefabrik an der Samina. Wer eine Trophäen-Schau erwartet, hat weit gefehlt. Nur vereinzelt hängen Geweihe an den Wänden. Architektin DI Heike Schlauch vom Büro raumhochrosen und die Mitarbeiter des Berliner Szenographie-Büros chezweitz haben gemeinsam mit dem Fotografen Albrecht Schnabel einen imposanten "Wald" aus zwanzig Info-Säulen geschaffen, die sich in der Rückansicht als dekorative Vitrinen für die verschiedensten Exponate entpuppen.

In diesem "Wald" werden etwa die einzelnen Wildarten dargestellt. Der geschichtliche Abriss konzentriert sich rein auf die Entwicklung der Jagd in Vorarlberg. Feudale Jagdveranstaltungen des Adels waren im Land die absolute Ausnahme. Es waren in erster Linie Bauern und Bürger, welche die Jagd ausübten, später wohlhabende Bürger und Industrielle, auch aus dem Ausland. Im Museum präsentiert die Jägerschaft ihr Leitbild. Die vier Jagdbezirke mit ihren regionalen Besonderheiten und den verschiedenen Fachbereichen werden ebenso vorgestellt wie die Jägerschule, die Hundeausbildung, die Jagdwaffen oder Inhalte der Wald- und Jagdpädagogik.

Ein besonderes Kuriosum der Sammlung ist die Magensteinsammlung aus dem Nachlass von Hofrat Josef Heinrich. Der zweite Obmann der Vorarlberger Jägerschaft hat jene Kiesel, die von Raufußhühnern aufgenommen werden, um die Darmtätigkeit anzuregen, über viele Jahre gesammelt und wissenschaftlich ausgewertet. Auch die anderen Exponate wurden der Jägerschaft allesamt vererbt, geschenkt oder ausgeliehen.

Ein besonderes Besuchermagnet ist auch das eigens aufgebaute "Diorama". Auf engstem Raum vereint zeigt es viele der Tiere, die in den Vorarlberger Wäldern und Aulandschaften leben. Wer sich das Diorama ansehen möchte, sollte diese Vorhaben allerdings nicht auf die lange Bank schieben. Denn wenn im kommenden Frühjahr die Arbeiten für die Einrichtung des neuen Tabakmuseums sowie für das Phonographienmuseum in Angriff genommen werden, muss dieses Ausstellungsstück weichen.

Die Studenten des 5. Semesters der Studienrichtung Intermedia der FH Vorarlberg drehten im Rahmen einer Projektarbeit Videoclips in verschiedenen Vorarlberger Museen. In unserem Museum entstanden Clips über das Jagdmuseum, das Elektromuseum und das Foto- u. Filmmuseum.

Besuchen Sie auch die Website der "Vorarlberger Jägerschaft"!